Am 18. April 2026 fiel im Rahmen eines Dressurturniers im Landgestüt Landshut der Startschuss für den Para-Deux Cup 2026, der von Dr. Lysa Georg und Manfred Eichhorn gefördert wird. Den Auftakt bildete die erste Qualifikationsprüfung – und sie setzte gleich ein starkes Zeichen für den inklusiven Reitsport.

Bei sonnigem Frühlingswetter und hervorragenden Bedingungen auf der Anlage der Reiterfreunde Landshut wurde erstmals eine Para-Deux-Prüfung ausgetragen – ein besonderes Format, das Inklusion aktiv lebt. Der Begriff „Para-Deux“ (angelehnt an „Pas de Deux“) steht für ein Team aus einem Parareiter und einem Reiter ohne Handicap. Beide absolvieren die Aufgabe des jeweiligen Grades des Parareiters, die Gesamtwertung ergibt sich aus der Summe beider Ergebnisse.
Veranstalterin Felicitas Schröter setzte sich mit großem Engagement dafür ein, Parareiter stärker in den Turniersport zu integrieren. Das Konzept fördert nicht nur die sportliche Zusammenarbeit, sondern macht gelebte Inklusion im Reitsport sichtbar und erlebbar.

Im Para-Dressursport werden die Athletinnen und Athleten entsprechend der Art und Schwere ihrer Beeinträchtigung in sogenannte „Grades“ eingeteilt. Diese reichen von Grade I – vorwiegend für Rollstuhlfahrer mit stärkeren körperlichen Einschränkungen im Schritt – bis hin zu Grade V, in dem auf gehobenem M-Niveau geritten wird. Bewertet werden unter anderem die korrekte Ausführung der Lektionen, die Linienführung sowie die feine und harmonische Einwirkung auf das Pferd.

Nach einer erfolgreichen Probeprüfung im vergangenen Jahr wurde der Grundstein für dieses zukunftsweisende Projekt gelegt. Dank der Unterstützung engagierter Förderer sowie der Initiative der bayerischen Landestrainerin Uta Härlein konnte für 2026 ein deutschlandweiter Para-Deux Cup ins Leben gerufen werden, dessen Pilotphase nun begonnen hat.
Eine zentrale Rolle übernimmt der Förderverein für Paradressur in Süddeutschland e.V., der als Mitorganisator maßgeblich an der Umsetzung beteiligt ist. Alle teilnehmenden Parareiterinnen und Parareiter sind Mitglieder dieses engagierten Vereins, der sich intensiv für die Förderung der Paradressur und die Weiterentwicklung inklusiver Strukturen im Reitsport einsetzt.
Insgesamt neun Paare stellten sich der besonderen Herausforderung. Zunächst ritt der Parareiter die Aufgabe, anschließend trat der Teampartner an und absolvierte dieselbe Prüfung. Dabei zeigte sich, dass auch erfahrene Dressurreiter ohne Handicap gefordert waren: Die spezifischen Anforderungen der Para-Aufgaben brachten so manchen ins Schwitzen. Im Vorfeld tauschten sich die Teams intensiv aus – nicht selten unterstützten die Parareiter ihre Partner beim Erlernen der Aufgaben.
Alle Reiter ohne Handicap, darunter auch drei erfolgreiche Dressurreiter aus dem Team um Yara Reichert, engagierten sich über ihre sportliche Leistung hinaus. Sie trugen die Botschaft der Gemeinschaft aktiv nach außen, zeigten große Begeisterung für das Format und kündigten bereits ihre Teilnahme an den kommenden Qualifikationen an.
Diese finden vom 17. bis 19. Juli auf Gut Kerschlach sowie vom 6. bis 9. August in Brünst statt. Das Finale ist für den 27. bis 30. August in Zillhofen geplant.
Diese Gemeinschaft und der Teamgeist prägten diese Prüfung. Miteinander ein Zeichen für Inklusion setzen und dabei großartigen Sport zeigen – das war das Ziel dieses Formats und das wurde vollumfänglich und eindrucksvoll erreicht.
